Sozialismus-Diskussion
Sozialismus-Diskussion

Neue Ideen, Ansätze

 

Hi,

gibt es eigentlich auch ein paar neue Ideen, Ansätze, Vorschläge?
Z.B. muss es im Sozialismus Parteien geben? Das ganze "Kommunisten-Geplappere" ist ja beim Volk nicht unbedingt gut angekommen.
Parteien haben sich doch eigentlich garnicht bewährt, denn sie beinhalten immer Cliquenwirtschaft. Sollte man da nichtmal über Alternativen nachdenken?

Pittiplatsch So 17. Aug 2014, 15:29

 

 

 

sich neue Ideen machen etc. finde ich gut.

Aber was wäre die Alternative zu einer Partei? EIn Netzwerk? Ein Verein? Gar keine Organisation?

Franziska Sa 23. Aug 2014, 11:38

 

 

Aber es hat sich genauso wenig ein einziger Machtapperat von einer "Partei" bewährt, siehe Sowjet-Zeiten. Es gibt einfach bei so einer großen Menschenmenge die andere Auffassung von der Welt sind und identifizieren sich über die verschiedensten Parteien, indem sie ihre Stimme geben. Es kann niemals nur "eine Partei" geben. Man kann zB. nicht gleichzeitig der Aufassung sein, gegen Auswärtige zu sein, weil sie den Arbeitsmarkt überschwemmen, aber auch nicht für sie sein, weil es dem ersteren wiedersprechen würde. Man kann einem System nicht mehr zumuten, als dass es verträgt. Es wird allein bei dieser Frage schon Menschen geben die die eine Position vertreten sowie die andere. Das wichtigste dabei ist, dass bei den verschiedensten Entscheidungen vernünftig und rational entschieden wird.
Um das alles zu errreichen, von dem manche träumen, müsste man alle Menschen gleichschalten, sodass sie alle gleich denken oder wie frührere Staaten gezeigt haben durch militärische Repressalien ihre Ideologie und Ansichten einfach aufzwingen.

Querdenker Mi 10. Sep 2014, 22:10

 

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Wir empfehlen Bezeichnungen vom Klassenstandpunkt aus zu wählen "Auswärtige" ist somit ein unpassender Begriff, der rein auf Herkunft abziehlt.

Moderation Fr 12. Sep 2014, 13:56

 

 

@ Pittiplatsch
Die Frage ist, was zu ein Verständnis man von einer Partei hat. Was ist deine Definition, was unterscheidet sie z.B. von einer Organisation?

@Querdenker
Der „Machtapparat“ in der Sowjetunion bezog sich nicht rein auf eine Partei, und damit will ich nicht alles verteidigen. Wer sich ein wenig damit beschäftigt, wird feststellen, dass es in der Sowjetunion diverse Organisationen gab. U.a. Gewerkschaftsgremien. Klar kann man überlegen ob mehrere Parteien im Sozialismus existieren sollen.

Du schreibst: „Man kann einem System nicht mehr zumuten, als dass es verträgt.“
Wovon sprichst Du hier? Was verträgt welches System nicht? Der Sozialismus ist ja eine bewusst geschaffene Gesellschaftsordnung. Sie muss so beschaffen sein, dass sie die menschlichen Bedürfnisse befriedigt. Dass ein solches System X nicht verträgt wäre eine primitive These, die eigentlich nur die Schaffer aus der Verantwortung nimmt.
Eine Gleichschaltung der Menschen in der SU hat es nie gegeben, Du solltest Dir die Mühe machen solche Aussagen zu begründen. Irgendwas behaupten kann jeder.
Allgemein fände ich es gut, wenn hier nicht nur Thesen stehen würden sondern auch Begründungen.

Jungkommunist  Sa 13. Sep 2014, 16:22

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Hi Pittiplatsch, recht hast Du. Es braucht neue Ansätze und neue Ideen, denn eine Sowjetunion oder eine DDR haben nicht überlebt. So wie damals, können wir es also nicht erneut versuchen. Dann wird es wieder scheitern.

Bezüglich der Cliquenbildung wäre für mich aber die Frage ob das an Parteien an sich liegt. Eine Partei ist dem Wesen nach eben nicht groß etwas anderes als eine Organisation, ein Verein oder eine Gruppe. Nur das es in Gruppen oft keine klar definierten bzw. angestimmten Regeln gibt, die abgestimmt wurden.

Zu glauben es ginge ganz ohne Organisation, halte ich für illusionär. Wie will man so gegen die bürgerlichen Parteien, gegen die Kapitalistenklasse gewinnen? Sobald sich Leute verbinden die ähnlichen Interessen haben, bilden sie quasi zumindest ein Netzwerk, das eine etwas chaotische Form einer Organisation ist.

Ein Problem bei den bisherigen Parteistrukturen sehe ich eher darin, dass oft auch Leute mit abgestimmt haben die von bestimmten Sachen einfach keine Ahnung hatten, ob das so ratsam ist ist eine Frage.

Ich sehe keine Alternative zu Parteien, ja ich sagen bewusst Parteien, da ich nicht davon ausgehe das es bei einem Übergang vom Kapitalismus zum Sozialismus nur eine Partei gibt. Möge der Bessere sich durchsetzen! Das wäre auch schon mal eine Vorkehrung gegen Cliquenbildung wobei ich mit dem Begriff nicht viel anfangen kann. Denn was macht die Clique aus? Sind es Leute die die Partei für ihre Privatinteressen benutzen, so ist dies natürlich zurückzuweisen, aber sowas ist dann eben auch schuld einer Partei, wenn sie solchen Leuten die Führung überlässt. Sind es Leute die eine gemeinsame Position eint? Na das wäre in einer Partei zumindest in den entscheiden Punkten doch anstrebenswert. Ansonsten sind es Fraktionen. Ob man Fraktionsbildungen verhindern kann, da bin ich unschlüssig.

Man sieht wie vielschichtig die Sozialismus-Diskussion eigentlich ist. Auch die Organisationsformen gehören genau diskutiert.

C.P.  Di 16. Sep 2014, 10:40

Servus Zusammen,

Eine Sozialistische Revolution, die von der Bevölkerung gegen den Klassenfeind errungen wird benötigt eine Organisation, die sie organisiert. Revolutionäre Situationen an sich können vielleicht Spontan entstehen, aber eine Revolution, die in der Lage ist den Bürgerlichen Staat zu zerschlagen und die Herrschaft des Kapitals ein für alle mal zu beenden braucht ein hohes Maß an Organisation.

Die Frage wie diese Organisation konkret beschaffen sein muss, um diese Aufgabe zu bewältigen, wird sich aber meiner Meinung nach erst in der konkreten Situation zeigen.
Ich gehe aber davon aus, dass es sich zum Zeitpunkt der revolutionären Situation um eine Partei handeln wird. Denn nur als Partei hat man die Möglichkeit die Tribüne des bürgerlichen Parlamentes zu nutzen, um gehört zu werden.

Die viel wichtigere Frage ist doch die, wie wir es schaffen unsere gesellschaftliche Alternative den Menschen so zu vermitteln, dass sie sich hinter die revolutionäre Organisation stellen und sie mitgestalten.

Ich bin euch echt dankbar für die Diskussion, die ihr mit eurer Broschüre und diesen Forum anstoßen wollt. Denn der "gewöhnliche" hat in den meisten Fällen sehr unkonkrete Vorstellungen über den Sozialismus. Und die Niederlage von 1989 ist noch lange nicht verdaut.
Wir haben meiner Meinung nach zu wenige überzeugende Strategien mit denen wir um den Sozialismus werben.

Aber um zu den Parteien zurückzukommen. Eine Kommunistische Partei in einerm existierenden Sozialistischen Staat ist ja immer etwas anderes, als eine Kommunistische Partei die dem Sozialismus zur Existenz verhelfen will.
Auch der Sozialismus kommt ihne Organisation nicht voran. Ich glaube nicht, dass wir dort eine Partei im klassischen sinne brauchen. Aber was gebraucht wird, ist eine wie auch immer Organisierte, von der gesamten Bevölkerung respektierte "Elite" die im Interesse aller die Entwicklung des Sozialismus vorantreibt. Mit Elite meine ich nicht irgendetwas das über der gesellschaft steht und allen sagt was sie zu tun haben. Und auch hier habe ich leider keine KOnkreten Vorstellungen, wie das im detail aussehen soll, aber ich bin überzeugt davon dass wir Mechanismen schaffen müssen, die es erlauben, dass diese Elite nicht weniger Einfluss auf die Gesellschaft hat als die Menschen die in ihr leben auf die Elite.

Ob sich diese Elite in einer "partei" einem Verein oder sonst wo organisiert ist ja ersteinmal egal. Es geht meiner Meinung nach um die Funktion, die diesee Organisation innehaben soll.

KokoNana Di 14. Okt 2014, 20:35

 

Meines Erachtens nach muss erst geklärt werden, mit welchen Mitteln die "soziale Revolution" von statten gehen soll. Den Sozialismus in einem Mehrparteiensystem unter zu bringen und legal zur Macht zur verhelfen, benötigt eine wahlwerbende Partei (siehe ). Um die Verwaltung gering zu halten bietet sich somit auch an, die gesamte Organisation der Gruppierung als Partei zu führen. Solche hierarchischen System stehen prinzipiell nicht im Gegensatz zum Sozialismus, haben aber bekannte Schwächen, welche nicht unbedingt zu einem sozialen Ergebnis führen (Freunderlwirtschaft, Machtempfinden, etc.) Abhilfe würden Räte-Republiken bzw. Räte-Kommunen oder weiterführend der kommunistische Anarchismus sein. Die Frage ist hier, ob dies die gewünschte "Endstation" ist oder nicht. Fakt ist, das Ganze muss kontrollierbar und "führbar" bleiben - zumindest so lange, bis sich ein anderes System in den Köpfen der Menschen eingeprägt hat. Um den Fokus nicht zu verlieren und den Verwaltungsaufwand klein zu halten, denke ich, dass eine hierarchische Struktur mit Kontrollrat und Basis-demokratischer Beratung am sinnvollsten ist.

Rames V

 

 

 

 

 

 

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© Mark Staskiewicz, MSc. / Graz