Sozialismus-Diskussion
Sozialismus-Diskussion

Mit EINER Kommunistischen Partei zum Sozialismus. KPÖ, KPÖ-St. PdA, wie weiter?

Eine Frage wird hier noch gar nicht diskutiert, die Frage der Partei.

In Österreich gibt es eine sehr verwirrende Situation für die Arbeiterklasse:
Da gibt es die KPÖ, dann die KPÖ in der Steiermark mit Differenzen zur Bundes-KPÖ und die Partei der Arbeit. Das sind für mich die vielversprechendsten Kräfte. Daneben existiert noch eine Vielzahl kleiner Gruppen und Parteien, die primär in Wien vorhanden sind:

IARKP
GRA
RSO
Linkswende
SLP
Funke
RKOB
AST
Akiblo
AIK
Rev. Aufbau
Solidarwerkstatt

und vermutlich habe ich noch ein paar übersehen.
Für mich stellt sich deshalb die Frage, wie man diese Verwirrung beseitigen kann.
Was zu Kriterien muss eine Partei erfüllen, damit sie zum Sozialismus führen kann?

Wie geht der Weg zur Einheit der Parteien? Wer sich etwas mit den Parteien und Gruppen beschäftigt, wird feststellen, dass es diverse Differenzen gibt. Man bezieht sich auf Marx, mal auf Lenin, mal auf Stalin, mal auf Mao oder Trotzki. Man hat unterschiedliche taktische Vorstellungen, hat unterschiedliche Forderungen und programmatische Differenzen. Die einen sagen was zum Sozialismus, die anderen geben dazu kaum etwas an. Für die einen ist die Sowjetunion ein Vorbild, für die anderen China oder Cuba.

Da brauchen wir der Arbeiterklasse doch nicht vorwerfen, dass sie sich nicht organisieren. Müssen wir nicht erstmal unsere Hausaufgaben machen?

Welche Aufgaben haben hier vor allem die KPÖ, KPÖ in der Steiermark und die Partei der Arbeit, wenn sie doch alle den Sozialismus ansteheben?

Mir geht es nun nicht um die Diskussion, wer hatte Recht, wer hat sich weshalb von wem gespalten. Mir geht es darum zu besprechen wie es in Zukunft weiter geht, wenn der Sozialismus/ Kommunismus das Ziel ist.

Markus Uitz (Kommunist und Arbeiter). Di 16. Sep 2014, 11:11

Re: Mit EINER Kom. Partei zum Sozialismus. KPÖ, KPÖ-St. PdA

von Ernest » So 26. Okt 2014, 22:35

Nur eine kleine Bemerkung am Rande

"Partei" wird im Volksmund mittlerweile als gleichbedeutend zur Parlamentsfraktion benutzt, so erscheint eine kommunistische Partei der Öffentlichkeit auch wie jede andere idealistisch-reformistische Kraft im Sumpf des Parlamentarismus. Ich komme aus Deutschland, förderale Bündnisse wie ums ganze oder die NOA erscheinen wesentlich zeitgemäßer/proletarischer als zentralistische Wahlparteien. Zentrale Koordination und schlagkraft entsteht mit zunehmender Masse, bis dahin ist es wünschenswert aber wenig realistisch die alten zerstrittenen Flügel von Trotzkisten und Stalinisten etc. in ein Boot zu bekommen. Eine wirkliche kommunistische Massenbewegung hat andere Problem als die Frage welcher historische Parteikader im Bilderrahmen getragen wird.

Darum kann es erst eine Einheit geben wenn eine Einheit überhaupt ein Fundament hat, wenn also die Frage des Sozialismus die Frage des Obergurus überwiegt.

Ernest 26.10.2014


Re: Mit EINER Kom. Partei zum Sozialismus. KPÖ, KPÖ-St. PdA

von Jungkommunist » So 2. Nov 2014, 17:04

@ Ernest: Du hast recht. Im Volksmund gibt es oft ein solches Verständnis von Parteien. Aber auch zum Sozialismus gibt es hier oft ein negatives Bild. Es kommt darauf an das Bild richtig zu rücken. Neue Begriffe zu verwenden, wenn die alten ein schlechtes Image haben, bringt da wenig.

Ich musste jetzt erstmal google‘n was NOA ist und hab es nicht gefunden. Meinst Du vielleicht NAO?
http://www.nao-prozess.de/blog/


Vollkommen Recht hast Du bezüglich der Bilderrahmen der Partei. Darum geht es mir auch nicht. Ich finde aber die Organisationsfrage. Ob Partei, Gruppe, Bündnis (oder sowas wie NAO in Deutschland) für derzeit zweitranging. Erstmal sollte man doch definieren wohin die Reise gehen soll: Sozialismus! Und was Sozialismus ist, was ihn zur Alternative macht. Daraus kann man dann auch den Weg dahin ableiten und innerhalb dieses Wegs ist die Frage welche Organisationsform am geeignetsten wäre, wohl auch zu klären. Damit gebe ich dir auch Recht, dass die Sozialismus-Frage die derzeit wichtigste Frage ist, wenn ich Deinen letzten Satz richtig versehe.

Jungkommunist 2. Nov 2014, 17:04


Liebe GenossInnen,

obgleich das Parteiprogramm der PdA noch in Arbeit ist, gibt es selbstverständlich schon einige Erklärungen betreffend "Sozialismus", diese sind auf unserer Homepage
http://parteiderarbeit.at/
zu finden. Hier ein paar Stellen aus dem Gründungs- und Grundsatzsprogramm, das der Gründungsparteitag vor einem Jahr einstimmig beschlossen hat:

Auszug aus der Gründungs- und Grundsatzerklärung der Partei der Arbeit Österreichs (PdA):

Artikel 4. Die PdA ist eine sozialistische und kommunistische Partei. Und dies im eigentlichen Wortsinn: Ihr strategisches Ziel besteht in der sozialistischen Revolution und im Aufbau des Sozialismus. Der sozialistische Staat als demokratische Herrschaft der organisierten Arbeiterklasse und der mit ihr verbündeten Schichten bei gleichzeitiger Niederhaltung gegenrevolutionärer Elemente ist Voraussetzung für den späteren Übergang zur klassenlosen Gesellschaft (Kommunismus) und somit der Aufhebung jeglicher Herrschaft.

 

Artikel 14. Die Strategie der PdA ist auf das Hauptziel der sozialistischen Revolution und des Aufbaus des Sozialismus in Österreich gerichtet. Dieses ist nicht zu ersetzen durch eine „soziale Demokratie“, eine „solidarische Gesellschaft“, eine „soziale Marktwirtschaft“ oder dergleichen, denn diese verbleiben entweder im Rahmen des Kapitalismus oder stellen einen Widerspruch in sich dar. Die beiden zentralen Elemente der sozialistischen Revolution sind die politische Macht der organisierten Arbeiterklasse und die Vergesellschaftung der Produktionsmittel. Auf dieser Basis kennt der Sozialismus einige weitere Grundsätze: die planmäßige Steigerung der Produktivität; dadurch die Sicherung des materiellen Lebens aller Menschen; die Abschaffung der Ausbeutung des Menschen durch den Menschen; die Überwindung der Teilung der Gesellschaft in Klassen; die Ausschaltung von Kriegen aus dem Leben der Menschen; die ökologisch nachhaltige Produktion; die Förderung sozialistischen Bewusstseins. Diese Prinzipien haben allgemeine Gültigkeit. Davon abgesehen gibt es jedoch keine Patentrezepte oder fertigen Modelle für den Sozialismus, die umzusetzen oder nachzuahmen wären. Der Sozialismus in Österreich wird ein österreichischer Sozialismus sein, der sich aufgrund der Analyse der eigenen Voraussetzungen und der spezifischen Besonderheiten ergibt und bewusst auf wissenschaftlicher Grundlage gestalten lässt.



Alles nachzulesen auf http://parteiderarbeit.at/?page_id=529

Mit roten Grüßen aus Wien!
Mike So 2. Nov 2014, 17:08

Hallo Mike, nun habe ich euer Organ gelesen. Ich bin überrascht. Will die PdA nun auch in der erfolgreichen Steiermark Leute organisieren, ist das Organ nicht quasi eine Aufruf zur Spaltung der KPÖ-Steiermark?

Auf der Seite 19 steht: „Die Perspektive der PdA kann nicht die Vereinigung mit der KPÖ Steiermark sein, sondern nur die Vereinigung mit den marxistisch-leninistischen Kräften in ihr. Ansprechpartnerin bezüglich der notwendigen Vereinigung ist daher keine Organisation, sondern es sind Einzelpersonen. Die Vereinigung kann folglich nur in
Form einer bewussten Entscheidung der verlorenen Söhne und Töchter erfolgen, aus der KPÖ auszutreten und in die Reihen der PdA aufzuschließen.“
Was sagt denn die KPÖ-Steiermark zu diesen Sätzen?


Und soll auch die KJÖ gespalten werden? S. 20: „Die durch eine gegenüber der KPÖ Steiermark versöhnlerische Haltung selbstverschuldete Entwicklung der KJÖ, im Zuge derer sich die KPÖ Steiermark in den letzten Jahren einen
immer stärkeren Einfluss in der KJÖ sichern konnte, muss als besorgniserregend beurteilt werden. Für alle GenossInnen (speziell aus den Reihen der KJÖ), die an einer einheitlichen kommunistischen Partei sowie an einer einheitlichen kommunistischen Jugendorganisation interessiert sind, muss es darum gehen, den politischen Kampf gegen den Einfluss der KPÖ Steiermark auf die KJÖ zu organisieren“ […] „Letztlich gilt es, diesen schädlichen Einfluss zur Gänze zurückzudrängen“


Will man gar die Steiermark-Jugendlichen ausschließen? S. 19: „Das ist aber dann unmöglich, wenn in
einem Jugendverband gleichzeitig Mitglieder zweier Parteien organisiert sind“



Warum ist eine Fusion nicht möglich, was sind die Kriterien warum die KPÖ-Steiermark für euch nicht marxistisch-leninistisch ist? Wie will man ohne eine Fusion zum Sozialismus kommen?

Mit roten Grüßen nach Wien

Markus Uitz 30.12.14

 

 

 

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© Mark Staskiewicz, MSc. / Graz