Sozialismus-Diskussion
Sozialismus-Diskussion

Event. Diskussionsanreiz

 

Vorweg: Das sind nur mal kurzgefasste Gedankengänge meinerseits :) freue mich auf anregende Diskussion - rote solidarische Grüße aus Wien; Kjö Aktivist und Partei der Arbeit Aktivist !

Die Strategie der Antimonoplistischen Demokratie darf nicht zu einer Dauererscheinung bei ihrer Enstehung werden – im Augenmerk muss stets das Ziel des Sozialismus erarbeitet und erkämpft werden – sobald es die politischen Umstände in Europa zulassen muss der Schritt in diese Richtung gewagt werden, es darf nichts unversucht gelassen werden – diese Republik zu einer Republik des Volkes und der Arbeiterklasse werden zu lassen, wir müssen verhindern das sich eine Bürokratie bildet die entgegen dem Interesse der Partei und des Volkes arbeitet, das heißt wir müssen uns stets an den Grundsatz Lenins halten: ,,Wenn wir für uns Sonderansprüche stellen, werden wir bald glauben, es sei die normale Lage. Nur wenn wir alle Entbehrungen unseres Volkes mittragen, wird uns das dazu anspornen, die Mißstände schnellstens zu beseitigen.´´ .

Es ist für unsere Arbeit ungemein wichtig – das wir uns selbst – der Probleme der Menschen annehmen und unabdingbar das wir nicht nur Vorbildfunktionen einnehmen die eine vermeintlich bessere Gesellschaft repräsentieren soll, sondern mit unseren Mitmenschen zusammen daran arbeiten, was heißt das wir sie nicht aus diesen Diskussionen ausschließen sollten, es liegt an Jedem und Jeder in unseren Reihen die Menschen zu motivieren - sich mit einer kommenden Gesellschaft und den heutigen und kommenden Problemen auseinanderzusetzen, ich finde die Diskussion um diese Thematik äußerst interessant und förderungswürdig, weil die Notwendigkeit einer neuen Gesellschaft sich schwer leugnen lässt – wenn man über den Tellerrand der kapitalistischen Scheinwelt sieht.

Der Sozialismus des kommenden Österreichs muss die Grundbedürfnisse des modernen Menschen erfüllen können, das sind in Österreich als ökonomisches Gefüge sicherlich keine Elektrifizierung des gesamten Staates oder der Aufbau einer annehmbaren Infrastruktur, selbsterklärend handelt es sich vielmehr darum u.a Wohnraum zu schaffen – es bedarf vielmehr einer Förderung des wissenschaftlichen Sektors, wie dem gesamten Bildungswesens und einer umfassenden ökonomischen Umorientierung, einerseits der Verstaatlichung des landwirtschaftlichen Sektors und aller Schlüsselbetriebe, wie auch die Aufrechterhaltung der wirtschaftlichen Standards in unserer Industrie – die ebenfalls verstaatlicht gehört – die 30 Stunden Woche bei vollem Lohn und Zeitausgleich kann und wird eine höhere Produktivität zulassen, einerseits werden sich die Krankenstände halbieren – das haben Unternehmen in Norwegen und co bei kapitalistischen Bedingungen unter Beweis gestellt, andererseits werden die ArbeiterInnen motivierter an die Materie rangehen – wenn sie 1. wissen das sie eine ungemein wichtige Position in der neuen Gesellschaftsordnung haben, diese auch aktiv ausleben können und 2. die Bezahlung wesentlich besser ausfallen dürfte als heutzutage.

Die wirtschaftliche Lage wird in einer anti-monopolistischen Demokratie sicherlich von außen angegriffen werden, allerdings glaube ich das sich diese Blockaden überwinden lassen, insofern die politische Entwicklung im Rest Europas sich zu unseren Gunsten wendet, fairere Handelsverträge werden klarerweise bevorzugt – was Rohstoffe und co anbelangt – weiters können zwischenimperialistische Widersprüche für den aufkeimenden Sozialismus leicht zu unseren Gunsten verwendet werden – verstärkte Investionen in den Forschungssektor würden weiters ein Feld stärken, wo Österreich durchaus mitzureden hat.

Finanztransaktionssteuern in vergleichsweise hohen Zahlen würde Kapitalflucht vorerst verhindern und der Standort Österreich ist dennoch attraktiv für den Klassenfeind, sodass er weiter investiert – die Reichensteuer wäre der nächste Schritt um die Umverteilung von Oben nach Unten zu beginnen, wobei diese je nach Stärke unserer Position in der Gesellschaft erhöht werden muss um die endgültige Enteignung des Klassenfeindes voranzutreiben.

Bewusstseinsbildung an den Schulen muss hochgehalten werden um den Aufbau der sozialistischen Gesellschaft zu begünstigen und umfassende sozial-ökonomische Projekte müssen rechten Demagogen und fundamentalistischen Hetzern den Nährboden entziehen – so schaffen wir der Offensive unserer Klasse den nötigen Nachdruck, nur so können wir einen Umschwung von diesem erst zu erkämpfenden Zustand verhindern und uns unserem Ziel der sozialistischen und anschließend kommunistischen Gesellschaftsordnung näher bringen.

Es ist auch unabdinglich das wir die Position des Staates stärken, was heißt die Stärkung des polizeilichen Armes des Staates und des militärischen Sektors.
Eine umfassende Modernisierung des österreichischen Bundesheeres wird hierbei unabdingbar, um die Positionen des österreichischen Sozialismus zu verteidigen, sei es gegen fremde Aggression oder die tiefschwärzeste Reaktion in Österreich selbst.

Dies mal als erster Input von meiner Seite !

Mit roten Grüssen !  

Kilian Subc. Do 4. Sep 2014, 16:55

 

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MIt anderen Punkten kann ich ja übereinstimmen, sei es mehr Förderun für Wissenschaft und Forschung und Wohnraumbeschaffung, nur eine Verstaatlichung des Landwirtschaftssektors? Welchen Sinn würde das machen? Um wieder 5 Jahres Pläne einzuführen und alles irgendwann brach liegt so wie in frühreren Sowjet-Zeiten? Ich denke jeder Bauer sollte selbst entscheiden, was er anbaut und was nicht, denn schließlich regelt das von sich aus der Markt sowieso.

Eine 30 Stunden-Woche würd ich mal als sehr utopisch abstempeln, vor allem bei gleichen Lohn. Dieses Modell kann für einzelne Betriebe sicher förderlich sein, aber sicher nicht auf alle Betriebe umgelegt werden. Zudem würde das den Industriestandort sicher ruinieren, der ohnehin schon an hohen Lohnkosten, bzw sehr hohe Lohnkosten pro Stück leidet. Zu sagen dass dadurch die Produktivät steigert, sind ja nur Vorahnung und vage Vermutungen. Dazu müsste es definitiv mehr Studien und Wissen geben. Was allerdings sicherlich stimmen mag, dass die Krankenstände sicherlich sinken würde. Aber deren sprunghafter Anstieg, ist eher die Mehrarbeit zu verdanken, vor allem allgm. psychischer Druck von oben.
Und eine verstaatlichte Industrie - Bestes Beispiel ist dafür die Voest, die jahrelang durch (teils roten) Proporz komplett hochdefizitär runtergewirtschaftet wurde und erst durch deren fast komplette Privatisierung, wieder zu alter Stärke und zu einer führenden Rolle in ihren Nischensparten wurde.
Das selbe Beispiel währe hier die Bundesbahnen zu nennen, nur bin ich der Meinung, dass der Staat die Aufgabe hat, hier eine Grundverpflichtung hat, ein Schnienennetz und -verkehr zu betreiben. Nur gehört der gesamte Vorstand wie Aufsichtsräte, von politischen Proporz entfernt. Ein verstaatlichtes Unternehmen funktioniert auf die Dauer nicht, da zu viel Politik in ein Unternehmen getragen wird, anstatt sich im internationalen Wettbewerb zu messen. Schließlich fördert Wettbewerb mehr Forschung und Innovation ... Ansonsten wär es mehr ein Dahinsiechen.

[Moderation: ein Teil des Beitrages wurde entfernt, da die dort begonnene Diskussion nichts mit der Sozailismus-Diskussion zu tun hat.]

querdenker Mi 10. Sep 2014, 21:58

 

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@ Kilian Subc.
Guter Beitrag, das ist Diskussionswürdig. Schön das Du Dich hier auch einbringst


@querdenker

Das wäre im Sozialismus ein Chaos, wenn jeder Bauer anbauen würde was der denkt. Deine "Markttheorie" ist ja eine Theorie des liberalen-Kapitalismus und hat mit Sozialismus 0% zu tun.
Was hat man davon aktuell: Butterberge, Milch die weggeschüttet wird - und anderswo verhungern sie. Es soll ja darum gehen die menschlichen Bedürfnisse zu befriedigen und uns nicht von den Bauern vorschreiben zu müssen das wir z.B. alle Kartoffeln essen müssen, weil keiner Kohl anbauen will….

Du wiedersprichst Dir eh selbst, wenn Du dann bei der Bahn etwas anderes forderst. Könntest Du doch auch sagen, soll alles privatisiert werden und jede Bahngesellschaft soll selbst entscheiden welchen Zug sie wann wohin schickt. Warum bei der nötigen Nahrung anders reagieren als beim Verkehr. Kann Dir logisch somit nicht folgen.
Deine Behauptung dass durch die 5 Jahrespläne alles brach gelegen hätte stimmt so nicht. Es gab auch in der Sowjetunion eine Erweiterung der Produktivkräfte in der Landwirtschaft. Z.B. durch die Traktorstationen. Ja es gab auch eine Hungersnot, die nicht rein durch die schlechte Ernte und andere historische Umstände zu rechtfertigen ist, aber einfach so zu tun als würde alles brach liegen ist Unfug. Es wurde später ja z.B. auch Weizen exportiert. Für mal Belege für Deine absurden Behauptungen an.


Jungkommunist Sa 13. Sep 2014, 16:34

Zu Kilians Diskussionsanregungen


@ Kilian
Auch von meiner Seite Willkommen in der Diskussion!

Du schreibst:
„Die Strategie der Antimonoplistischen Demokratie darf nicht zu einer Dauererscheinung bei ihrer Entstehung werden – im Augenmerk muss stets das Ziel des Sozialismus erarbeitet und erkämpft werden – sobald es die politischen Umstände in Europa zulassen muss der Schritt in diese Richtung gewagt werden, es darf nichts unversucht gelassen werden – diese Republik zu einer Republik des Volkes und der Arbeiterklasse werden zu lassen, wir müssen verhindern“

Auch aus meiner Sicht ist es derzeit die wichtigste Aufgabe über den Sozialismus zu diskutieren und dies möglichst wissenschaftlich. Schließlich müssen wir die Überlegenheit des Sozialismus nachweisen.
Engels schieb bereits 1880:
"Diese beiden großen Entdeckungen: die materialistische Geschichtsauffassung und die Enthüllung des Geheimnisses der kapitalistischen Produktion vermittelst des Mehrwerts verdanken wir Marx. Mit ihnen wurde der Sozialismus eine Wissenschaft, die es sich nun zunächst darum handelt, in allen ihren Einzelheiten und Zusammenhängen weiter auszuarbeiten." [MEW Bd. Bd.19, S.209, Hervorhebung von mir]

Leider gibt es seit vielen Jahren in der kommunistischen Bewegung relativ wenig Beschäftigung mit der Sozialismus-Frage. Und so passiert es auch, dass die Erkenntnisse, die die Bewegung hervorbrachte, in Vergessenheit geraten. Und Fragen die schon mal gestellt wurden erst wieder neu formuliert werden müssen. Vielmehr gibt es nicht selten eine Haltung, probieren wir es halt nach einmal – dann wird es schon klappen. Quasi nach der Methode „Versuch und Irrtum“.

Es reicht meiner Meinung nach nicht z.B. eine ökonomische und politische Krise zu haben. Die progressiven Kräfte (der subjektive Faktor) müssen im Vorfeld bereits eine gewisse Klarheit (auf wissenschaftlicher Grundlage) haben. Denn in solchen Situationen kann man nicht mal eben spontane Entscheidungen darüber treffen ob beispielsweise das Wertgesetz gelten muss oder nicht.

Die Frage welche Übergangsformen es braucht, kann man doch wesentlich nachhaltiger beantworten, wenn man Klarheit darüber hat, was der Sozialismus ist, welche Gesetze dort wirken, was ihn überlegen macht. Daraus kann man ableiten was es im Vorfeld braucht. Die Frage der „anitimonpolistische Demokratie“, ist meiner Ansicht nach auf dieser Grundlage zu diskutieren. Ich persönlich will mich aus besagten Gründen somit primär mit dem Sozialismus auseinandersetzen.

Heute gibt es ja nicht einmal Klarheit bzw. Einigkeit über eine Definition des Sozialismus. Wenn überhaupt Definitionen angeboten werden, so sind sie oft aufzählend und widersprechen sich z.T. gegenseitig.

Vielmehr sollte man Klarheit darüber haben, wie der Sozialismus eine höhere Produktivität erreichen kann. Die von Engels oben geforderte Ausarbeitung der Einzelheiten und Zusammenhänge des Sozialismus konnte z.B. 1918 noch nicht beantwortet werden.
So sagte Lenin:
„Wir können keine Charakterisierung des Sozialismus geben; wie der Sozialismus aussehen wird, wenn er fertige Formen annimmt – das wissen wir nicht. […] Aber jetzt wissen zu wollen, wie der vollendete Sozialismus aussehen wird — nein, das wissen wir nicht. …, weil es noch keine Materialien für eine Charakteristik des Sozialismus gibt. Die Ziegel sind noch nicht hergestellt, aus denen der Sozialismus aufgebaut wird. Weiter können wir nichts sagen, und man muß möglichst vorsichtig und genau sein. […] Den Sozialismus zu charakterisieren sind wir nicht imstande, […].“ [Lenin 1918, Bd.27, S. 134/135; Hervorhebung von mir].

Heute, nach den Versuchen des sog. Realsozialismus, stehen wir in der Verantwortung. Wir müssen aus der Geschichte lernen. Heute einen „Versuch“ zu starten ohne Klarheit zu haben wäre aus meiner Sicht verantwortungslos gegenüber den Menschen. Auch wird es nicht viele Menschen mitreisen einfach etwas zu versuchen, wir müssen sie überzeugen können. Und dies geht nur, wenn wir ihnen eine ausgearbeitete Alternative anbieten können. D.h. nicht, dass man jede Erscheinung im Vorfeld bestimmen könnte, wie einem dann oft polemisch von denen hervorgehalten wird, die der Auffassung sind, „probieren wir es einfach erneut“.

Kilian, Du schreibst weiter:
„Es ist für unsere Arbeit ungemein wichtig – das wir uns selbst – der Probleme der Menschen annehmen und unabdingbar das wir nicht nur Vorbildfunktionen einnehmen die eine vermeintlich bessere Gesellschaft repräsentieren soll, sondern mit unseren Mitmenschen zusammen daran arbeiten, was heißt das wir sie nicht aus diesen Diskussionen ausschließen sollten, es liegt an Jedem und Jeder in unseren Reihen die Menschen zu motivieren - sich mit einer kommenden Gesellschaft und den heutigen und kommenden Problemen auseinanderzusetzen, ich finde die Diskussion um diese Thematik äußerst interessant und förderungswürdig, weil die Notwendigkeit einer neuen Gesellschaft sich schwer leugnen lässt – wenn man über den Tellerrand der kapitalistischen Scheinwelt sieht.“

In der Tat, wir müssen viel mehr Menschen in solche Diskussionen einbeziehen als in der kommunistischen Bewegung derzeit existieren. Gerade die Jugend ist hier besonders wichtig. Vom primär praktisch Tätigen Arbeiter bis zum Intellektuellen, es geht um die Zukunft von uns allen. Aber wir müssen auch selbstkritisch eingestehen, dass nicht mal alle Teile der Menschen die sich als KommunistInnen oder SozialistInnen bezeichnen überhaupt motivieren lassen diese Frage zu diskutieren.

Meine bisherige Erfahrung ist dennoch, dass es durchaus ein nicht kleines Interesse an dem Thema gibt. Inzwischen haben beispielsweise über 8.000 Personen diese kleine Internetseite aufgerufen. Und das Interesse in Diskussionen die ich geführt habe umfasst auch Teile der Sozialdemokratie, der Jungen Grünen sowie z.B. Menschen die von sich sagen würden, dass sie nicht politisch sind.
Andererseits müssen wir auch realistisch bleiben. Es wird zunächst eine Diskussion eines kleinen Teils der Gesellschaft sein. Und auch da wird sich die Spreu vom Weizen trennen. D.h. nicht jeder der zunächst die Diskussion begrüßt, wird sich auch langfristig wissenschaftlich damit beschäftigen.
Wie habe ich schon im Vorwort von Marx zitiert:
„Es gibt keine Landstraße für die Wissenschaft, und nur diejenigen haben Aussicht, ihre lichten Höhen zu erreichen, die die Mühe nicht scheuen, ihre steilen Pfade zu erklimmen“.
[Marx-Engels-Werke (MEW) Bd. 23; Vor und Nachwort zur französischen Ausgabe 1972; S. 31].

Klar ist es einfach und geht man schnell irgendwie seinen „Senf“ dazu zu schreiben oder eine Reihe von Thesen in den Raum zu stellen. Versucht man aber seine Thesen zu begründen oder gar zu beweisen, so ist dazu schon mehr Beschäftigung nötig. Aber gerade dies ist wertvoll.

Niemand sagt also, dass diese Diskussion einfach sein wird. Und eine Beschäftigung mit Wissenschaft neben Schule, Universität, Lohnarbeit und Familie sowie tausende Möglichkeiten der Ablenkung und Freizeitbeschäftigung - darauf lässt sich zunächst nur ein Teil der Menschen ein. Und es ist ein dauernder Kampf, in seinem Leben die richtigen Prioritäten in seinem Alltag zu setzen.


Du schreibst weiter:
„Der Sozialismus des kommenden Österreichs muss die Grundbedürfnisse des modernen Menschen erfüllen können, das sind in Österreich als ökonomisches Gefüge sicherlich keine Elektrifizierung des gesamten Staates oder der Aufbau einer annehmbaren Infrastruktur, selbsterklärend handelt es sich vielmehr darum u.a. Wohnraum zu schaffen – es bedarf vielmehr einer Förderung des wissenschaftlichen Sektors, wie dem gesamten Bildungswesens und einer umfassenden ökonomischen Umorientierung, einerseits der Verstaatlichung des landwirtschaftlichen Sektors und aller Schlüsselbetriebe, wie auch die Aufrechterhaltung der wirtschaftlichen Standards in unserer Industrie – die ebenfalls verstaatlicht gehört – die 30 Stunden Woche bei vollem Lohn und Zeitausgleich kann und wird eine höhere Produktivität zulassen, einerseits werden sich die Krankenstände halbieren – das haben Unternehmen in Norwegen und co bei kapitalistischen Bedingungen unter Beweis gestellt, andererseits werden die ArbeiterInnen motivierter an die Materie rangehen – wenn sie 1. wissen das sie eine ungemein wichtige Position in der neuen Gesellschaftsordnung haben, diese auch aktiv ausleben können und 2. die Bezahlung wesentlich besser ausfallen dürfte als heutzutage.“

Ich gebe Dir Recht, die Aufgaben, die es zu bewältigen gilt, sind andere als in der Sowjetunion von 1918. Auch die Bekämpfung des Analphabetentums spielt bei uns eine viel geringere Bedeutung. Dafür haben wir einige sehr große Themen zu lösen. Die Erzielung eine Wirtschaft die produktiver als kapitalistische Staaten ist, ist eine sehr große Aufgabe, die von sehr großer Bedeutung ist.

„Die Arbeitsproduktivität ist in letzter Instanz das allerwichtigste, das ausschlaggebende für den Sieg der neuen Gesellschaftsordnung. Der Kapitalismus hat eine Arbeitsproduktivität geschaffen, wie sie unter dem Feudalismus unbekannt war. Der Kapitalismus kann endgültig besiegt werden und wird dadurch endgültig besiegt werden, dass der Sozialismus eine neue, weit höhere Arbeitsproduktivität schafft. Das ist ein sehr schwieriges und sehr langwieriges Werk, aber man hat damit begonnen und das eben ist das allerwichtigste. Wenn im hungernden Moskau im Sommer 1919 hungernde Arbeiter, die vier schwere Jahre imperialistischen Krieges, dann anderthalb Jahre noch schwereren Bürgerkriegs durchgemacht haben, imstande waren, dieses große Werk zu beginnen, wie wird da die weitere Entwicklung aussehen, wenn wir erst im Bürgerkrieg gesiegt und den Frieden erkämpft haben werden? Gegenüber der kapitalistischen Arbeitsproduktivität bedeutet der Kommunismus eine höhere Arbeitsproduktivität freiwillig, bewusst, vereint schaffender Menschen, die sich der fortgeschrittenen Technik bedienen.“ [Lenin, Die große Initiative Bd. 29 S. 416f, Hervorhebung von mir].

Wir müssen auch aufpassen nicht zu übereilig Forderungen aufzustellen ohne die Realisierbarkeit zu überprüfen. Die 30 Stunden-Woche ist eine gern genannte Forderung. Wieviel gesellschaftlich notwendige Arbeit die Menschen im Schnitt pro Woche arbeiten werden, hängt von sehr vielen Faktoren ab. Wie Du schon sagst, geht es um die Befriedigung der menschlichen Bedürfnisse. Auch Umweltbedingungen, können ebenso wie politische Bedingungen eine Rolle spielen. Deshalb versuche ich aktuell hier nicht zu viele Prognosen aufzustellen. Wir müssen solche Problematiken auch offen diskutieren, diese Ehrlichkeit werden die Massen auch fordern. Den das, was wir Fordern oder versprechen, müssen wir auch einhalten können!!!
Ob eine Halbierung von Krankenhäusern möglich oder sinnvoll sein wird, hängt auch von vielen Faktoren ab. U.a. auch was moderne, sozialistische Krankenhäuser zu eine Aufgabe bzw. ggf. auch erweitere Aufgabe haben werden. Denn mit der heutigen Gesundheitsversorgung, wird sich die Menschheit im Sozialismus keineswegs zufrieden geben (können). Auch gerade in dem Segment gibt es gewaltige Aufgaben.

Du schreibst:
„Die wirtschaftliche Lage wird in einer anti-monopolistischen Demokratie sicherlich von außen angegriffen werden, allerdings glaube ich das sich diese Blockaden überwinden lassen, insofern die politische Entwicklung im Rest Europas sich zu unseren Gunsten wendet, fairere Handelsverträge werden klarerweise bevorzugt – was Rohstoffe und co anbelangt – weiters können zwischenimperialistische Widersprüche für den aufkeimenden Sozialismus leicht zu unseren Gunsten verwendet werden – verstärkte Investionen in den Forschungssektor würden weiters ein Feld stärken, wo Österreich durchaus mitzureden hat.“

Auch dies ist ein spannendes Thema, was eigene Broschüren im Zuge einer Diskussion füllen müssen wird. Wie handelt ein Land auf dem Weg zum Sozialismus? Wie versucht man Blockadeversuche zu überwinden? Wie verteidigt man sich gegen mögliche Angriffsversuche?

Du schreibst:
„Finanztransaktionssteuern in vergleichsweise hohen Zahlen würde Kapitalflucht vorerst verhindern und der Standort Österreich ist dennoch attraktiv für den Klassenfeind, sodass er weiter investiert – die Reichensteuer wäre der nächste Schritt um die Umverteilung von Oben nach Unten zu beginnen, wobei diese je nach Stärke unserer Position in der Gesellschaft erhöht werden muss um die endgültige Enteignung des Klassenfeindes voranzutreiben.“

Auch das ein großes Thema: Wie finanziert sich der Staat? Wie wird die Reproduktion bzw. wie die ganze nichtproduktive Arbeit, also Arbeit die zwar zur gesellschaftlich notwendigen Arbeit gehört, aber keine Werte schafft, geregelt.

Du sagst weiter:
„Bewusstseinsbildung an den Schulen muss hochgehalten werden um den Aufbau der sozialistischen Gesellschaft zu begünstigen und umfassende sozial-ökonomische Projekte müssen rechten Demagogen und fundamentalistischen Hetzern den Nährboden entziehen – so schaffen wir der Offensive unserer Klasse den nötigen Nachdruck, nur so können wir einen Umschwung von diesem erst zu erkämpfenden Zustand verhindern und uns unserem Ziel der sozialistischen und anschließend kommunistischen Gesellschaftsordnung näher bringen.“

Auch das ist ein ganz eigenes Thema, ich würde vorschlagen solche Themen möglichst auch in eigenen Threads zu diskutieren, damit die Diskussion möglichst strukturiert verlaufen kann. Fakt ist, dass das heutige Bildungssystem mit dem eines Sozialismus sich X-fach unterscheiden wird. „Wissen ist Macht“ – und somit ist Wissen auch die beste Methode gegen Demagogie und Hetze.

Du schreibst:
„Es ist auch unabdinglich das wir die Position des Staates stärken, was heißt die Stärkung des polizeilichen Armes des Staates und des militärischen Sektors.
Eine umfassende Modernisierung des österreichischen Bundesheeres wird hierbei unabdingbar, um die Positionen des österreichischen Sozialismus zu verteidigen, sei es gegen fremde Aggression oder die tiefschwärzeste Reaktion in Österreich selbst.“


Auch dies ist ein sehr kompliziertes eigenes Thema. Fakt ist das Staaten - auf dem Weg zum Sozialismus - in der Lage sein müssen einer imperialistischen Aggression zu entgegnen.
Soviel als erste Gedanken von mir zu Deinen Diskussionsanregungen. Wie gesagt, es ist -denke ich- sinnvoll neue Threads zu speziellen Unterthemen der Sozialismus-Diskussion zu schaffen. Es besteht sonst die Gefahr, dass man sehr viele Themen in einem Thread diskutiert und es für manche Mitdiskutanten, die sich neu mit den Themen beschäftigen etwas verwirrend werden kann. Auch an der Übersichtlichkeit von Diskussionen müssen wir alle arbeiten.

Solidarische Grüße nach Wien
Mark,  Mo 15. Sep 2014, 15:59

 

Aber es wäre besser, wenn der Staat die Landwirtschaft lenkt? Das hat ja bis jetzt überall ja super funktioniert^^
Das mit Milch wegschütten ... naja ich kann einer Kuh nicht sagen wie viel sie produzieren soll. Vor allem geben viele überproportional mehr, manche weniger und das jedes Jahr anders. Schließlich ist es ein Lebewesen und keine Maschine. Dass man es hingegen wegschüttet, anstatt zu spenden ist für manche einfacher gesagt als getan. Wie übergibt man diese Milch ohne dass sie vorher schon verdirbt? Jeder will alles so billig wie möglich haben und am besten sollte es fast nichts kosten, nur das bekommt man nur, wenn man die Produktionsmenge hochfährt und sich durch den Staat noch subventionieren lässt. Wenn dabei zuviel entsteht schütten wir es weg ... Doch der Kunde ist befriedigt und kann seine Milch sehr billig kaufen. Ich denk eher dass das was mit unserer Wegwerfgesellschaft und der Geiz ist Geil Mentalität zu tun hat.

Niemand schreibt uns vor nur Kartoffeln zu essen? Das ist ja der Sinn des Marktes, von Angebot und Nachfrage. Wenn jeder Kartoffeln anbaut, würde ja kein Bauer daran etwas verdienen? Deswegen versteh ich auch nicht, was an diesem Prinzip grundlegend falsch sein sollte? Dies besteht schon seitdem der Mensch sich von Jäger und Sammler zu Bauern und Sesshaftwerden gewandt hat. Das Problem dabei ist/war aber die speziellen Auswüchse, die die Finanzkrise mit sich gebracht hatten. Ein Markt braucht staatlich vorgegebene Richtlinien, damit dieser so lange wie möglich besteht und die Gesamtwirtschaft nicht zugrunde richtet. Das erfüllt ja die soziale Marktwirtschaft in Österreich.

Querdenker 17.9.14

 

@ Querdenker

Du scheinst Dich wenig mit dem zu beschäftigen was Du an Thesen formulierst.
Die heutige Milchproduktion ist inzwischen soweit technisch überwacht, dass es quasi Statistiken pro Kuh gibt. Und die ca. Milchproduktion ist im Schnitt relativ genau errechenbar. Wer ein idyllisches Bild von Milchkühen auf der Weide hat, der hat Ausnahmen im Blick, die Regel der Milchproduktion läuft in großen Ställen ab. Das Melken ist inzwischen sehr weit technisiert (Milchstraßen)…

Auch deine Kartoffelrechnung geht nicht auf. Wenn alle Bauern Kartoffeln produzieren würden, müssten wir Kartoffeln essen oder verhungern.
Das Angebot und Nachfrage so gut funktionieren würde ist auch eine Reihe Illusion. Schon in der Sklavenhaltergesellschaft gab es Überproduktion und Menschen die verhungerten. In der Urgesellschaft gab es keinen Markt für Angebot und Nachfrage. Es gab maximal einen Austausch, wenn sich Stämme zufällig trafen, und dies zu Übergangszeiten. Deine Behauptung entspricht somit nicht den Tatsachen. Begründe mal wie in der Urgesellschaft ein Angebot-Nachfrage-handel existieren sollte!
Wenn Du das so toll findet, dann kannst Du ja ÖVP, SPÖ oder FPÖ wählen. Aber mal ehrlich. Warum gibt es denn Krisen? Das hat Marx schon in seinem Kapital vorhergesagt. Es handelt sich um systemimmanente Widersprüche im Kapitalismus.

@ Mark
Interessant was Du z.B. zur 30 Stundenwoche schreibst, da hab ich mir noch nie näher Gedanken drum gemacht

Auch die Zitate zur Produktivität sind sehr interessant.
Jungkommunist. 20.9.14

 

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© Mark Staskiewicz, MSc. / Graz