Sozialismus-Diskussion
Sozialismus-Diskussion

ANHANG: Über die Entwicklung von der Urgesellschaft bis zum Kapitalismus

von Mark Staskiewicz


Im Folgenden möchten wir einen kurzen, abstrakten Überblick des Übergangs der verschiedenen Gesellschaftsformationen geben.


Urgesellschaft

Bevor wir auf die Urgesellschaft eingehen, sei Vorweg gesellt, dass wir als Materialisten die bürgerlichen Bezeichnungen von Gesellschaften nicht unkritisch übernehmen sollten. Bezeichnungen wie Antike, Bronzezeit, Mittelalter etc. lenken nur von der Klassenexistenz und dem Widerspruch zwischen Produktivkräften und Produktionsverhältnissen ab! Deshalb werden wir die von Marx verwendeten Begriffe der jeweiligen ökonomischen Gesellschaftsformation gebrauchen.

Vor über 2 Mio. Jahren, nachdem sich die Menschen aus dem Tierreich herauslösen konnten [1], entstand die erste Form der menschlichen Gesellschaft -die Urgesellschaft [2]. In dieser Gesellschaft gab es zunächst nur die natürliche Arbeitsteilung, z.B. nach Alter und Geschlecht. Es entwickelte sich dann aber die erste Arbeitsteilung, in Viehzucht und Ackerbau. Darauf folgte die zweite in Handwerk und Landwirtschaft. Auch wenn sich die Produktivkräfte „langsam“ entwickelten, so entwickelten sie sich doch. Z.B. kam es vor über 7.000 Jahren zur Entwicklung von einfachen Arbeitsmitteln wie einem Faustkeil bis hin zu einem Hackenpflug. Die Jagdmethoden wurden verbessert, das Feuer wurde genützt, die Tierzucht und der Pflanzenanbau wurden immer effektiver.

Es herrschte gemeinschaftliches Eigentum an Produktionsmitteln und die Arbeit nahm einen kollektiven Charakter an. Die Verteilung der Produkte erfolgte dem Wesen nach relativ gleichmäßig an die Gesellschaftsmitglieder. Zunächst ging es bei der Produktion primär um die Sicherung des Überlebens. Die Gesellschaftsformation war lange Zeit auch nur so produktiv, dass ausschließlich dieses Ziel erreicht werden konnte, da es keine Produktivkraft gab, die zur Produktion eines Mehrprodukts [3] ausgereicht hätte. Die Produkte wurden überwiegend von der Gemeinschaft selbst verbraucht (Naturalwirtschaft). Als nach der ersten Arbeitsteilung ein Mehrprodukt erzielt werden konnte, gelang es weitreichendere Bedürfnisse zu befriedigen und es kam gelegentlich zum Produkteaustausch verschiedener Gemeinschaften. Ohne eine Produktion im Kollektiv konnten die Menschen nicht überleben.

Die Arbeitsteilung steigerte die Produktivität der Gemeinschaft. Mit der Spezialisierung der Arbeit, (Handwerk und Landwirtschaft) sowie der Arbeitsmittel, stieg die Arbeitskraft der Menschen erstmals signifikant in individuell unterschiedlicher Dimension an. Dadurch entstand ein Widerspruch zwischen den Produktivkräften, die sich nun individuell unterschiedlich entwickelten, und den Produktionsverhältnissen. Bei den Produktionsverhältnissen ging es primär um die Art der Verteilung, die ja noch gleichmäßig auf alle Gesellschaftsmitglieder erfolgt ist, aber auch um die Eigentumsverhältnisse der Produktionsmittel. Damit es zu einer weiteren Entwicklung der Produktivkraft kommen konnte, waren neue Verteilungsverhältnisse (Verteilung der Güter nach Leistung) notwendig geworden. Die Produktionsverhältnisse waren also zu einem Hemmnis für die Produktivkraftentwicklung geworden. Inzwischen war die Produktivkraft so entwickelt, dass jeder Mensch mit durchschnittlichen Fähigkeiten ein Mehrprodukt produzieren konnte. Nun gab es also die notwendige Arbeitszeit, die zur Sicherung der Befriedigung der grundlegenden Lebensbedürfnisse erforderlich war, und die Mehrarbeitszeit. Erstmals kam es dazu, dass Reichtum angehäuft wurde. Die materielle Interessiertheit des Individuums ein Mehrprodukt zu erzeugen, war aber durch die Verteilungsverhältnisse zu eingeschränkt.

Nun entstand die Warenproduktion, die die Grundlage der kollektiven Produktionsverhältnisse beseitigte. Der Widerspruch zwischen Produktivkräften und Produktionsverhältnissen konnte auf dem Boden dieser Gesellschaftsformation nicht mehr gelöst werden. Die Individualisierung der Arbeit erzwang damit auch die Entstehung des Privateigentums an Produktionsmitteln. Aus der klassenlosen Gesellschaft wurde eine Klassengesellschaft, denn die wesentlichen Produktionsmittel waren nun im Privatbesitz, was wiederum dazu geführt hat, dass der Menschen (der keinen Besitz an den wesentlichen Produktionsmittel mehr hatte) durch den Menschen (der Besitzer der Produktionsmittel wurde) ausgebeutet wurde.[4]


Übergangsgesellschaft

Wie wir schon am ersten Beispiel des Übergangs einer Gesellschaftsformation zu einer höheren gesehen haben, gibt es zwischen zwei ökonomischen Gesellschaftsformnationen die Phasen des Überganges. In diesen Übergangsgesellschaften haben sich die neuen Produktionsverhältnisse noch nicht ganz durchgesetzt, aber die alten Produktionsverhältnisse verlieren an Bedeutung. Wie im Beispiel angeführt, kam es bereits in der Periode des Verfalls der Urgesellschaft zur Entstehung von Klassen. Das passierte natürlich auch nicht von heute auf morgen. So wurde das Gemeinwesen zunächst durch eine Großfamilie und schließlich durch eine Einzel-Familie, mit Privatbesitz an Produktionsmitteln ersetzt.

Wir werden im Folgenden nicht näher auf die Übergangsgesellschaften eingehen, möchten aber zumindest auf deren Existenz hingewiesen haben.


Sklavenhaltergesellschaft

Die Sklavenhaltergesellschaft ist in einigen Regionen bereits zwischen dem 4. und 3. Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung entstanden. Diese ökonomische Gesellschaftsformation war zunächst (bis zirka zum Ende des 2.Jahrhunderts unserer Zeitrechnung) in drei Klassen geteilt.

  1. Die Ausbeuterklasse der Sklavenhalter, die die Produktionsmittel im Privatbesitz hatten
  2. Die ausgebeutete Klasse der unfreien Sklaven, die keine Produktionsmittel besaßen.
  3. Die kleinen Warenproduzenten, die ihre eigenen Produktionsmittel hatten und teilweise selbst Sklaven ausbeuteten, aber andererseits z.B. durch Steuern selbst direkt ausgebeutet wurden.

An Nebenklassen existierten Kaufleute, die durch die Ausbeutung anderer Menschen lebten, und die städtischen Plebejer, also Tagelöhner, Handwerker und Kleinhändler, die selbst auch ausgebeutet wurden. Die Klassen wandelten sich mit der Produktivkraftentwicklung und der Zunahme des Widerspruchs zwischen Produktivkräften und Produktionsverhältnissen. Die Ausbeuterklasse war nun die Großgrundbesitzeraristokratie, die ausgebeutete Klasse die der Kolonen (Kleinpächter und abhängige Bauern).

In der Sklavenhaltergesellschaft kam es zur dritten Arbeitsteilung, nämlich dem Handel. Der l war notwendig geworden, um zwischen den Produzenten, welche die steigende Menge an Waren herstellen, und den Konsumenten zu vermitteln. Dadurch entstand das Geld als Tauschmittel und dies führte zur Entwicklung des Geldhandels (Wucherkapitals). Des Weiteren entstand die Arbeitsteilung zwischen körperlicher (eines Großteils der Sklaven) und geistiger Arbeit (eines kleinen Teils der Sklaven sowie der Sklavenhalter). In allen Bereichen kam es zur Spezialisierung, wie z.B. der Teilung von Gemüse- und Getreideanbau in der Landwirtschaft. Es kam zur Trennung von einfacher Zusammenarbeit (z.B. bei der Rohstoffgewinnung durch Sklavenarbeit) und komplizierter Zusammenarbeit (z.B. spezialisierte Arbeit der einzelnen Arbeitsschritte durch die Sklaven). Mit der Entstehung dieser ersten Klassengesellschaft, kam es zu den ersten Kriegen[5] und damit zur Vernichtung der Hauptproduktivkraft Mensch bzw. zur Verwüstung von Grund und Boden. Des Weiteren kam es dazu, dass die geistigen und handwerklichen Fähigkeiten eines Großteils der Menschen nicht ausgenützt wurden, insbesondere die der Sklaven. Schon dies ist ein Indiz für einen Widerspruch zwischen Produktivkräften und Produktionsverhältnissen. Die Arbeitsmittel wurden vorzeitig abgenutzt, da die Sklaven kein ökonomisches Interesse an der Erhaltung hatten, bzw. aufgrund des Klassenwiderspruchs seitens der Sklaven sabotiert. Es gab aber, verglichen mit der Urgesellschaft, eine enorme Produktivitätskraftentwicklung, z.B. durch die Metallverwendung sowie die höhere Entwicklung der Arbeitsmittel. Es kam zum Straßenbau, Installierung von Wasserleitungen, dem Bau mit Mörtel und Steinziegeln etc.

Wie schon oben beschrieben, besaß die Ausbeuterklasse die Produktionsmittel. Aber erstmals konnten sie einen riesigen Besitz an der Hauproduktivkraft Mensch (zunächst der Sklaven, dann der Kolonen) zu ihrem Eigentum zählen, da die ausgebeutete Klasse von dieser Ausbeuterklasse abhängig war und ohne sie schlichtweg verhungert wäre, was teilweise auch passiert ist. Das Mehrprodukt der Sklaven wurde vollkommen, das der Kolonen dann überwiegend, von der Ausbeuterklasse angeeignet. Die kleinen Warenproduzenten eigneten sich dem Wesen nach die Produkte ihrer eigenen Arbeit an. Die Naturalwirtschaft wurde zur einfachen Warenproduktion, d.h. die Produkte wurden überwiegend für den Austausch produziert. Den Sklaven wurde nicht nur das Mehrprodukt weggenommen, sondern oft auch Teile des notwendigen Produkts, die zur Wiederherstellung der Arbeitskraft bzw. zum Überleben gebraucht wurden. So kam es massenweise zur Eliminierung der Hauptproduktivkraft Mensch durch physische Vernichtung in Folge der Ausbeutung. Es versteht sich von selbst, dass das Interesse der Sklaven, eine möglichst hohe Produktivität zu erzielen, weder moralisch noch materiell angereizt wurde. Dadurch war die Produktivitätsentwicklung eingeschränkt. Die Sklaven hatten in der Regel kein Interesse daran, die Arbeitsmittel von sich aus zu verbessern. Denn ein Sklave der produktiver als ein anderer Sklave war, hatte davon in der Regel keinen Vorteil. Durch den immensen Besitz an der Hauptproduktivkraft Mensch durch die Ausbeuterklasse, hatte letztere zunächst auch kein großes Interesse daran, besonders sparsam mit dem Einsatz von Arbeitskraft umzugehen. Erkenntnisse, wie im Bereich der Mechanik, die z.B. auch im Bau relevant gewesen wären, fanden zunächst nur primär in Bereich der Kriegswirtschaft ihre Anwendung. Des Weiteren kam es zu Widerständen und Aufständen der Sklaven [6], wenn die Ausbeuterklasse doch bei ihrem Einsatz Einsparungen vornehmen wollten. Es waren Sklavenaufseher nötig, die somit einen Teil des Mehrproduktes der Sklaven verbrauchten, um ihre eigene Arbeitskraft wiederherzustellen. Und es kam zu „Nachschub“-Problemen, da zeitweise mehr Bedarf an Sklaven existierte, als diese auf dem Markt zu bekommen waren. Somit verlor die Sklaverei mit Ende des 2. Jahrhundert unserer Zeitrechnung zunehmend an Bedeutung. In der Zeit der Sklaverei ist der Anteil der nicht in der Produktion tätigen Menschen enorm gestiegen (Ausbeuterklasse, Militär, Staatsdiener, Privatdiener und Teile der Händler). Diese nahmen alle Teile des Mehrproduktes in Anspruch. Die Ausbeuterklasse lebte in enormen Luxus, da sie durch die Ausbeutung enorme Reichtümer anhäufen konnte.

Die Veränderung der Sklaverei in Kolonen sorgte zu einer gewissen Produktivitätssteigerung, da das Interesse an der Arbeitsproduktivitätssteigerung größer war als bei einem klassischen Sklaven. Aber in den zunehmenden Kriegen wurden wieder enorme Massen der Hauptproduktivkraft Mensch vernichtet. Außerdem konnte das Land in der Kriegszeit nicht bestellt werden, wenn ein Bauer zum Krieg eingezogen war. Die Produkte der Warenwirtschaft waren auf dem Markt in der Regel billiger als die der Kleinproduzenten und so unterlagen die Letzteren dem Konkurrenzkampf. Es kam dadurch und durch die zunehmende Abhängigkeit vom Wucherkapital, zum Niedergang der kleinen Warenproduzenten. Das Risiko in der Produktion trugen die kleinen Warenproduzenten und das Wucherkapital versuchte zunehmend größere Handelsprofite zu erzielen. Dies ging ausschließlich zu Lasten der Produzenten. Trotz dieser Umstände waren die kleinen Warenproduzenten die Haupttriebkraft der Produktivitätssteigerung, da sie an dieser ein Interesse hatten.

Die Kolonen hatten zunehmende Pachtschulden, die von derartigem Ausmaß waren, dass letztlich die Pachtbauern nur noch juristisch „frei“ waren, aber sich ihre ökonomische und soziale Lage zunehmend der der Sklaven näherte. Die Ausweitung der Großgrundaristokratie und ihrer Ausbeutungsausweitung führte zu einem Ertragsrückgang. Die Masse der Menschen auf dem Land und in den Städten verarmte zunehmend. Die Nachfrage auf dem Markt sank und alle davon abhängigen Teile der Gesellschaft waren somit mitbetroffen. Das Interesse an einer Produktivkraftentwicklung wurde immer geringer. Die Kleinproduzenten und Kolonen produzierten primär nur noch für den Eigenbedarf. Denn das Mehrprodukt hätten sie gleich als Pacht oder Steuern abgeben müssen. Da die Bauen nicht das Geld hatten, um sich Werkzeuge zu kaufen, mussten sie diese wieder selbst nebenbei herstellen. Um ihr Überleben sichern zu können, zogen die Handwerker auf das Land, um dort ihre Waren direkt gegen Lebensmittel eintauschen zu können.

Somit gab es regelrechte Rückentwicklungen [7] der Arbeitsteilung. Der vormals isolierte Klassenkampf der Sklaven wurde nun zu einem gemeinsamen Klassenkampf der ausgebeuteten Klassen (Sklaven, Kolonen, freie verarmte Handwerker, Bauern, ausgebeutete Stämme).

Wieder waren es die Produktionsverhältnisse, bzw. die Produktionsmitteleigentumsverhältnisse, die zu dieser nur zögerlichen Entwicklung der Produktivkräfte geführt haben und letzte in ihrer Entwicklung hemmten. Die Produktionsverhältnisse führten zur Vernichtung bzw. Nichtnutzung der Hauptproduktivkraft. Eine Lösung unter den bestehenden Produktionsverhältnissen war nicht mehr möglich. Das Interesse der Hauptproduktivkraft an der Produktivkraftentwicklung musste geweckt werden, was aber unter den bestehenden Produktionsverhältnissen, wie wir gesehen haben, nicht mehr möglich war. Das Gesetz der Übereinstimmung der Produktionsverhältnisse mit dem Charakter und dem Entwicklungsniveau der Produktivkräfte[8] erzwang nun neue Produktionsverhältnisse. Das Interesse konnte nur dadurch erzielt werden, dass nennenswerte Teile der Mehrarbeit vom Produzenten selbst angeeignet wurden. So entstand aus der Sklavenhaltergesellschaft die höhere Gesellschaftsformation des Feudalismus.[9]


Feudalismus

Der Feudalismus ist zirka im 6.Jahrhundert entstanden, teils aus der Sklavenhaltergesellschaft, teils auf dem Boden der Übergangsgesellschaft nach der Urgesellschaft, in der es Elemente der Sklaverei gab und teils in Folge der altorientalischen Klassengesellschaft (auch Asiatischen Produktionsweise genannt). Dies zeigt, dass unter bestimmten Voraussetzungen der Übergang von einer Gesellschaftsformation in die nächste wesentlich schneller oder langsamer vollzogen werden kann.[10]

Wie andere Gesellschaftsformationen umfasste die ökonomische Gesellschaftsformation Feudalismus verschiedene Epochen: Entstehung, Festigung und Untergang. Diese Epochen spiegelten sich natürlich in der Klassenstruktur wieder. Die Hauptklassen bildeten sich zunächst aus geistigem und weltlichem Feudaladel als Ausbeuterklasse sowie den Bauern als ausgebeutete Klasse. Letztere wurden nun auch als „Menschen“ anerkannt, im Unterschied zu einem Sklaven. Die Nebenklassen waren die städtischen kleinen Warenproduzenten (Handwerker) sowie die Kaufleute. In der zweiten Epoche entstanden die kapitalistische Klasse, die Schicht der Manufakturkapitalisten, sowie die der Lohnarbeiter (des Proletariats). Das zeigt erneut, dass sich auf der Grundlage der bestehenden Verhältnisse die neuen Verhältnisse schon andeuten.

Der Entwicklungsstand der Produktivkräfte war zu Beginn, im Vergleich zu der höchst entwickelten Periode der Sklavenhaltergesellschaft, relativ gering. Auch die Arbeitsteilung war, wie beim Untergang der Sklavenhaltergesellschaft beschrieben, zurückgegangen. Eine neue ökonomische Gesellschaftsformation baut sich aber auf der Grundlage der Produktivkraftentwicklung des Zerfalls der niedrigeren Formation bzw. des Übergangs zur höheren Formation auf, was diese Situation erklärt. Einen relevanten Fortschritt gab es vorerst nur im Bereich der Landwirtschaft mit der sog. „Dreifelderwirtschaft“ [11]. Dadurch war es in der nächsten Epoche möglich, die Arbeitsteilung wieder auszuweiten, da es nun eine größere Zahl an Handwerkern gab. Es kam durch die Organisierung der kleinen Warenproduzenten in Zünften (also einer höheren Form der Produktionsorganisation und Kooperation) zur Steigerung der Arbeitsproduktivität im Gewerbe. Daraufhin folgte der Aufschwung durch die Anwendung mechanischer Erkenntnisse, mit der die Wind- und Wasserkraft genützt werden konnte (z.B. Windmühlen, mühlenbetriebene Hämmer etc.). Die religiösen Einflüsse sorgten dafür, dass viele naturwissenschaftliche Erkenntnisse nicht genützt werden konnten, da die Forscher der Verfolgung ausgesetzt waren. Es kam zu Raubkriegen der Ausbeuterklassen untereinander sowie zu Aufständen der ausgebeuteten Klasse, was erneut die Vernichtung der Hauptproduktivkraft Mensch sowie der Vernichtung von Arbeitsmitteln oder der Verwüstung von Grund und Boden zur Folge hatte. Ein Teil der Produktivkraft wurde für die Kriegsgüter sowie die Produktion von Luxusgütern und Repräsentationsbauten (wie Schlösser sowie diverse Landsitze, Parks [12]) eingesetzt und war somit für die Befriedigung gesellschaftlicher Bedürfnisse blockiert.

Die Hauptproduktionsmittel waren der Grund und Boden, welcher der Feudalklasse gehörte. Eigentum und Arbeit waren also getrennt. Denn die Bauern waren es ja, welche den Boden bestellten. Sie hatten aber lediglich das Nutzungsrecht, waren aber selber nicht die Besitzer ihrer Arbeitsmittel. Das Privateigentum des Feudaladels an der Hauptproduktivkraft (den Bauern) war allerdings beschränkt. Die Bauern wirtschafteten zwar formal eigenständig, waren aber de facto dennoch anhängig, sie waren Leibeigene bzw. Hörige. Die Handwerker in den Städten (einfache Warenproduktion) hatten die Produktionsmittel im Privatbesitz.

Ziel der Ausbeuterklasse war es, sich einen möglichst hohen Anteil der Mehrprodukte der leibeigenen und hörigen Bauern anzueignen. Letztere konnten sich jedoch zumindest einen Teil des Mehrproduktes selbst aneignen, was zu einem gewissen Interesse an einer Produktivkraftentwicklung führte. Die Bauern müssten einen Teil des Mehrprodukts in Form eines Frondienstes (Arbeit für den Feudaladel), einer Naturalabgabe (also z.B. Getreide oder Brot wird an den Feudaladel abgegeben) oder in Form einer Geldabgabe abführen. Der meiste Austausch erfolgte in einer Ware-Geld-Ware-Beziehung [13], zunehmend aber auch durch das Handel- bzw. Manufakturkapital in Form von Geld-Ware-Geld(+) [14].

Im Vergleich zur Sklavenhaltergesellschaft gab es hier nun den gesellschaftlichen Fortschritt durch den Privatbesitz an kleinen Produktionsmitteln seitens der Bauern bzw. Zunfthandwerker, die ein Interesse an einer Produktivkraftentwicklung zur Folge hatte. So gab es die Zeit, in der die Produktionsverhältnisse mit dem Entwicklungsniveau der Produktivkräfte übereingestimmt haben.

Im Übergang zur kapitalistischen Warenproduktion entstand der Verlag. Der Verleger[15] versuchte sich das Mehrprodukt der Handwerker anzueignen.

Die Ausbeutergesellschaft führte zur Entwicklung des unlösbaren Widerspruches zu den herrschenden Produktionsverhältnissen. Die regionale Begrenztheit sowie die Borniertheit hemmten zunehmend die Produktivkraftentwicklung. Das Handelskapital konnte zunehmend größere Geldmengen ansammeln und griff damit direkt in die Produktion ein. Die Verlage entwickelten sich zur Manufaktur weiter. Damit gewann die kapitalistische Warenproduktion an Bedeutung. Die meisten Gewerbetreibenden wurden durch den daraus verschärften Konkurrenzkampf in den Ruin getrieben und mussten fortan als produktionsmittellosen Lohnarbeitern ihren Lebensunterhalt verdienen. Auch auf dem Land verschärfte sich der Konkurrenzkampf. Viele Bauern verarmten und nur eine Minderheit wurde zu Großbauen, die so viel Geld ansammeln konnten, dass sie die Möglichkeit hatte, sich von dem Feudaladel freizukaufen und in Folge dessen selbst zu Ausbeutern wurden.

Das Zunftwesen zerfiel immer mehr, auch weil es die Produktivkraftentwicklung dadurch hemmte, dass sie zunehmend nur noch die Interessen der ökonomisch stärksten Meister verfolgt haben. Es gab in den Zünften teilweise sogar Klauseln, die Neuentwicklung regelrecht untersagten. Der Handel war durch die vielen kleinen Staaten, mit Zollabgaben, unterschiedlichen Maßeinheiten etc., enorm eingeschränkt. Die Kleinproduktion der Handwerker konnte die Nachfrage auf dem Binnen- bzw. dem entstehenden Weltmarkt nicht decken. Deshalb war eine Entwicklung zur Großproduktion nötig geworden. Das Interesse der Bauern an der Produktivkraftentwicklung verringerte sich, da sie durch die Abhängigkeitsverhältnisse gezwungen waren, zu ihrem Nachteil veränderte Verteilungs- und Konsumtionsverhältnisse einzugehen (z.B. die zunehmenden Ausbeutungsform des Feudaladels in Gestalt der Geldrente). Und wieder waren die Produktionsverhältnisse, die zunächst eine Produktivkraftentwicklung ermöglichten, zu einer Fessel geworden. Neue, höhere Produktionsverhältnisse mussten geschaffen werden. Die feudale Produktion wurde zunehmend durch die kapitalistische Produktionsweise ersetzt. In vielen Ländern kam zu bürgerlichen Revolutionen.[16]


Kapitalismus

Der Kapitalismus hat die historisch bisher höchst entwickelten Produktivkräfte geschaffen, was nur durch die Entwicklung der maschinellen Großproduktion möglich war. Die Hauptproduktivkraft Mensch ist jetzt in der Lage, ihre Arbeitskraft durch Motoren, Turbinen, Zahnräder, Energiequellen (wie Elektrizität) etc. noch effektiver einzusetzen. Innerhalb der maschinellen Großproduktion sind spezialisierte Produktionszweige entstanden. Die Fortschritte im Bereich der Chemie und Physik haben dazu geführt, dass neue Wertstoffe geschaffen werden konnten, die es so in der Natur nicht gibt. Chemische und maschinelle Fortschritte revolutionierten u.a. die landwirtschaftliche Produktion. Die verschiedenen Wissenschaften wurden zur unmittelbaren Produktivkraft. Die Bildungssysteme wurden ausgeweitet und die Arbeitsteilung vorangetrieben. Die freie Konkurrenz wurde zunächst durch die monopolkapitalistische, dann die staatsmonopolkapitalistische und inzwischen durch die international staatsmonopolkapitalistische Konkurrenz ersetzt. Die Eigentumsverhältnisse im höchsten Entwicklungsstadium der ökonomischen Gesellschaftsformation Kapitalismus (dem Imperialismus) zeichnet sich dadurch aus, dass die absolute Minderheit der Bevölkerung Kapitaleigentümer ist. Die Mehrheit der Bevölkerung hat hingegen kein Kapital bzw. nur untergeordnetes Produktionsmitteleigentum. Der Staat hat ebenfalls Kapitaleigentum erlangt.

Die Kapitalistenklasse (Bourgeoisie) und die Arbeiterklasse (Proletariat) bilden die zwei Hauptklassen in der ökonomischen Gesellschaftsformation Kapitalismus. Aktiengesellschaften führen dazu, dass individuelles Kapital in gesellschaftliches verwandelt werden kann. Nicht alle Manager sind zugleich Kapitaleigentümer. In diesem Fall üben die Manager ausschließlich eine Kapitalfunktion aus. Die innerhalb der Großproduktion herausgebildeten Monopole beherrschen das private Einzelkapital und die kleine Warenproduktion.

Die Kapitalistenklasse eignet sich von den Produktionsmittelnichteigentümern Mehrwerte an, was dazu führt, dass letztere um den Wert ihrer Ware Arbeitskraft kämpfen müssen. Die kleinen Warenproduzenten können sich maximal einen kleinen Teil der von ihnen geschaffenen Mehrwerte sichern, den Rest erhalten über verschiedene Wege die Monopole. Der Staat sorgt für den Systemerhalt. Er führt das Nationaleinkommen, das durch Steuern etc. gebildet wird, überwiegend an die Kapitalisten, primär an die Monopolkapitalisten, ab. Die fortgeschritten Länder (neokoloniale Täter) nützen ihre Stellung aus und führen nichtäquivalenten Warenaustausch[17] durch. Die rückständigen Staaten sind gezwungen, so zur weiteren Bereicherung der fortgeschritten Länder beizutragen. Das bestimmende Austauschverhältnis lautet: Geld-Ware-Geld(+) [18].

Die Produktion ist internationalisiert. Um den Verfall des Kapitalismus untersuchen zu können, ist es deshalb notwendig, dass das globale Widerspruchsverhältnis zwischen Produktivkräften und Produktionsverhältnissen untersucht wird. Selbst in der Untergangsphase ist der Kapitalismus noch in der Lage, relativ an Produktivkraft hinzuzugewinnen. Die Kapitalistenklasse schlussfolgert hieraus fälschlicherweise, dass der Kapitalismus unbesiegbar wäre und keine höhere Gesellschaftsformation existieren könne. Allerdings müssen wir die Produktivkräfte in ihrer globalen Gesamtheit sehen. Der wissenschaftlich-technische Fortschritt ist nämlich im Kapitalismus durch das Abzielen auf den Maximalprofit begrenzt. So kann z.B. eine Weiterentwicklung schon dadurch gebremst werden, dass der Monopolist erst eine bereits produzierte Ware ausverkaufen will. Des Weiteren ist die lange Funktionalität bestimmter Waren nicht im Interesse der Monopolkapitalisten. Es werden bewusst Sollbruchstellen eingebaut, um erneut Waren verkaufen zu können. Das Monopol kann durch seine Überlegenheit sog. Monopolpreise [19] erzielen und ist in dieser Zeit nicht unbedingt an einer möglichen Weiterentwicklung interessiert.

D.h. die Produktivkraftentwicklung führt im Kapitalismus zur Verschärfung der systemimmanenten Widersprüche. Der Gegensatz zwischen der gesellschaftlichen Produktion (durch die Produzenten) und der privaten- bzw. kollektivkapitalistischen Aneignung (durch die Monopolkapitalisten) wird somit weiter zugespitzt. Die Ausbeutung wird verschärft und Teile der Hauptproduktivkraft werden nicht genützt. Soziale Unsicherheit sowie Massenarbeitslosigkeit (auf allen Bildungsebenen) sind unter diesen Produktionsverhältnissen nicht zu verhindernde Erscheinungen. Hierdurch gehen gewaltige Mengen an Produktivkräften verloren. Auf Dauer ist die wissenschaftlich-technische Revolution mit dem Nichteigentum an Produktionsmitteln der Massen nicht vereinbar.

Die Realisierung der Mehrwertaneignung ist im Kapitalismus trotz Steigerung der Produktion begrenzt, denn die wachsende Ausbeutung führt auch zur zahlungsunfähigen Nachfrage. Es gibt zwar einen Bedarf, eine Nachfrage, aber die Nachfragenden haben keine ausreichenden Tauschmittel, damit es zum Austausch kommen kann. Dadurch kommt es zur Vernichtung von Waren, die nicht verkauft werden können. Oder die Produktionsmittel werden vernichtet bzw. nicht ausgelastet. In der Folge von alledem können (weitere) Wirtschaftskrisen entstehen.

Der Einsatz der Hauptproduktivkraft Mensch erfolgt im Interesse der Monopole und nicht dem der Gesellschaft. Der kapitalistische Konkurrenzkampf führt bei der Arbeiterklasse dazu, dass diese zunehmend ausgebeutet wird. Die Arbeitszeit wird nicht am Erhalt der Hauptproduktivkraft orientiert. Deshalb kommt es zum Verschleiß von Hautproduktivkräften, dem kaputtarbeiten von Teilen der Arbeiterklasse, anderen Teilen der Produktionsmittelnichteigentümer sowie kleiner Warenproduzenten. Psychische und physische Überbelastung nehmen zu, Arbeitsschutzmaßnahmen (z.B. gegen Dämpfe und Lärm) werden vernachlässigt und es kommt zunehmend zu Erkrankungen. Die Produktionsmittelnichteigentümer werden infolge dessen zur Kasse gebeten, um die Kosten für die Opfer bzw. eigene Erkrankungen zu refinanzieren.

Die Produktivkraft von Millionen kleiner Warenproduzenten geht durch die Aneignung der Monopole verloren, da keine erweiterte Reproduktion durch die Abhängigkeits- und Ausbeutungsverhältnisse möglich ist.

Und auch die Versuche den Systemerhalt zu sichern, führen zu einem enormen Verbrauch an Produktivkräften. Als Beispiel sei hier der Verbrauch für die Kriegsbereitschaft, den Kriegseinsatz [20], die Entwicklung von Kriegsgeräten (hier werden auch sehr fähige WissenschaftlerInnen verschwendet), eine hohen Anzahl an SoldatInnen, PolizistInnen und BeamtInnen genannt. Anders als es zunächst erscheinen mag, handelt es sich beim Kapitalismus nicht um eine Leistungsgesellschaft, da nicht nach dem Wert der Ware Arbeitskraft bezahlt wird. Ein Teil der Kapitalistenklasse, die sog. Rentnerkapitalisten (Lenin nannte sie auch Kuponabschneider), sind selbst in keiner Weise am Produktionsprozess beteiligt und leben somit durch die Ausbeutung im vollen Luxus. Ein Großteil der geistigen und körperlichen Potenziale werden nicht genützt und können in Folge von Hunger, Fehlernährung etc. auch nicht aktiviert werden. Des Weiteren gibt es fehlende Bildungschancen für einen Großteil der Gesellschaft auf der einen Seiten und Bildungsprivilegien für eine Minderheit auf der anderen Seite. Das Qualifizierungsniveau ist somit unter den Möglichkeiten, insbesondere in den Neokolonien, aber auch in den imperialistischen Zentren. Produktivkräfte werden für unnötige Verpackungen, Werbung etc. verschwendet. Es gibt keine Planung des gesellschaftlichen Bedarfs, so dass es zur Überproduktion (damit ebenfalls zur unnützen Verschwendung von Produktivkraft) in Folge des Konkurrenzkampfes kommt. Die durch die Konkurrenz nur begrenzt mögliche Berücksichtigung von Umweltfolgen im Zuge der Produktion führt zu Produktivkraftverschwendung, um die Folgen zu beseitigen oder zumindest zu begrenzen.

Also auch der Kapitalismus hat systemimmanente Widersprüche zwischen den Produktivkräften (insbesondre der Hauptproduktivkraft Mensch) und den Produktionsverhältnissen. Diese Widersprüche lassen sich nicht auf dem Boden der kapitalistischen Produktionsverhältnisse lösen. Deshalb sind höhere Produktionsverhältnisse im Zuge des Klassenkampfes bewusst zu schaffen. Der Kapitalismus, der zunächst einen Fortschritt im Vergleich zum Feudalismus darstellte, ist reaktionär geworden und muss daher beseitigt werden![21]

Marx beschreibt dies wie folgt.: „Das Wachstum der Produktivkräfte führt also mit sich vermehrte Herrschaft des großen Kapitals, vermehrte Versimplung und Vereinfachung der Maschine, genannt Arbeiter, vermehrte direkte Konkurrenz unter den Arbeitern durch vergrößerte Teilung der Arbeit und Maschinenanwendung, durch Prämie, die förmlich auf Menschenproduktion gesetzt ist, durch die Konkurrenz der ruinierten Bourgeoisklassenfraktionen“.[22]

„Wenn daher die kapitalistische Produktionsweise ein historisches Mittel ist, um die materielle Produktivkräfte zu entwickeln und den ihr entsprechenden Weltmarkt zu schaffen ist sie zugleich der beständige Widerspruch zwischen dieser ihrer historischen Aufgabe und den ihr entsprechenden gesellschaftlichen Produktionsverhältnissen“.[23] Die kapitalistische Produktion strebt beständig, diese ihr immanenten Schranken zu überwinden, aber sie überwindet sie nur durch Mittel, die ihr diese Schranken aufs neue und auf gewaltigerm Maßstab entgegenstellen“.[24]

 

© Mark Staskiewicz



[1] Siehe hierzu Engels Werk, Dialektik der Natur, Abschnitt „Anteil der Arbeit an der Menschwerdung des Affen“, MEW Bd. 20; S. 444ff

[2] Ich verwende bewusst nicht die Begrifflichkeit „Urkommunismus“. Denn wie Walter Hollitscher bin ich der Auffassung, dass diese Begrifflichkeit irreführend ist, da es beim Übergang von Gesellschaftsformationen zur Negation der Negation kommt. Warum sollte also eine solche niedrigere Gesellschaftsformation den gleichen Begriff verwenden wie eine mögliche höhere? [Vgl. Walter Hollitscher, Grundbegriffe der marxistischen politischen Ökonomie und Philosophie, Globus Verlag Wien 1975; S. 72].

[3] Also ein Produkt, das über dem zur Existenz notwendigen Produkt hinausgeht.

[4] Vgl. Politische Ökonomie des Kapitalismus und des Sozialismus, Lehrbuch für das marxistisch-leninistische Grundlagenstudium, Dietz Verlag Berlin 1984; S. 38-42

[5]Warum bewaffnete Konflikte der Stämme der Urgesellschaft nicht als Kriege bezeichnet werden, können wir im Rahmen der Broschüre nicht behandeln.

 

[6] Der historisch Bekannteste ist wohl der Spartakusaufstand

[7] Dies heißt aber nicht Rückentwicklungen in dem Sinne, dass es 1 zu 1 gleich mit einer niedrigeren Gesellschaftsformation wäre, denn die Produktionsverhältnisse haben sich von einer ökonomischen Gesellschaftsformation zur nächst höheren entwickelt. Ein Zurück im Sinne von 1 zu 1 gleich ist nur in sehr bestimmten Aufnahmefällen möglich.

[8] Dazu siehe Punkt 4 in dieser Broschüre

[9] Vgl. Politische Ökonomie des Kapitalismus und des Sozialismus, Lehrbuch für das marxistisch-leninistische Grundlagenstudium, Dietz Verlag Berlin 1984; S. 42-47

[10] Das Überspringen der ökonomischen Gesellschaftsformation Kapitalismus (also z.B. vom Feudalismus gleich zum Sozialismus) ist unmöglich, da die dafür nötige Produktivität nicht auf der Basis so niedriger Produktionsverhältnisse erzielt werden kann.

[11] Auf einem Feld wurde z.B. ein Sommergetreide angebaut, auf einem zweiten ein Wintergetreide. So kam man über das Jahr. Das dritte Feld lag brach. Das brachliegen Feld wurde jedes Jahr gewechselt und dadurch wurde der Boden ertragsreicher.

[12] Bekanntlich baute Ludwig der XIV. sein Versailles in einer eher sandigen Gegend und wollte der Welt beweisen, dass er in der Lage ist, auch dort einen blühenden wasserreichen Park zu errichten.

[13] W-G-W: In dieser einfachen Warenproduktion werden Waren gegen Geld getauscht. Damit werden Waren mit unterschiedlichen Gebrauchswerten vergleichbar. Mit dem Geld werden dann Waren mit anderen Gebrauchswerten eingetauscht. Das Geld vermehrt sich nicht.

[14] G-W-G(+) = G-W-G‘ bedeutet: Mit dem Geld werden Waren gekauft. Ziel ist es, diese Waren wieder zu verkaufen und am Ende des Kreislaufes mehr Geld zu bekommen, als zu Beginn eingesetzt wurde. Ziel ist es also Mehrwert aus der Arbeit der Warenproduktion zu erlangen.

[15] Dies waren ehemalige Kaufleute und Handwerksmeister, die sich Geld anhäufen konnten.

[16] Vgl. Politische Ökonomie des Kapitalismus und des Sozialismus, Lehrbuch für das marxistisch-leninistische Grundlagenstudium, Dietz Verlag Berlin 1984; S. 47-55

[17] D.h. Waren, die nicht gleichwertig sind, werden getauscht. Sprich eine Seite hat einen Vorteil vom Tausch, die andere einen Nachteil.

[18] Erklärung hierzu siehe beim Feudalismus.

[19] Dieser wird dadurch erzielt, dass weniger Arbeitskraft bzw. Arbeitszeit für die Herstellung einer bestimmten Ware einsetzt werden muss als von der Konkurrenz. Der Monopolist kann aber dennoch einen Preis verlangen, der weit über den Produktions– bzw. Reproduktionskosten bzw. weit über der Mehrwertaneignung, wie sie die Konkurrenten erzielen können, liegen.

[20] Z.B. um die Ausbeutungsquellen gegen die Konkurrenz zu sichern oder zu erweitern.

[21] Vgl. Politische Ökonomie des Kapitalismus und des Sozialismus, Lehrbuch für das marxistisch-leninistische Grundlagenstudium, Dietz Verlag Berlin 1984; S. 50-55 und S. 302-386

[22] MEW Bd. 6; Arbeitslohn; S. 549

[23] MEW Bd.25 (Bd. 3 des Kapitals); III.Abschnitt: Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate, 15.Kapitel: Entfaltung der inneren Widerspruche des Gesetztes; S. 260

[24] ebenda

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Erste Broschüre zur Sozialismus-Diskussion erschienen